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Ein System in der Sackgasse

© Myriam Zilles, Pixabay

 

Die Landwirtschaft in Europa befindet sich in der Sackgasse. Eine Agrarpolitik, die einseitig auf Ertragssteigerung durch giftige Agrochemikalien ausgerichtet ist, hat das Ökosystem an den Rand des Kollaps geführt. Täglich schwindet die biologische Vielfalt, die unserem Ernährungssystem zugrunde liegt. Die Zukunft unserer Lebensmittelversorgung, unsere Gesundheit und unsere Umwelt sind ernsthaft gefährdet.

Die Folgen für die Natur sind verheerend: Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten verschwinden aus unserer Kulturlandschaft, der Gesang einstmals weit verbreiteter Vogelarten verstummt. Bäche und Flüsse werden verschmutzt und Verbraucher*innen sehen sich täglich über ihre Nahrungsmittel einem Cocktail aus chemischen Pestiziden ausgesetzt.

Auch die Existenz vieler Bäuerinnen und Bauern ist durch diese Art der Landwirtschaft bedroht: Durchschnittlich alle drei Minuten musste in den letzten zehn Jahren ein landwirtschaftlicher Betrieb in Europa aufgeben. Nach dem Motto “Wachsen oder Weichen” konzentriert sich immer mehr Fläche auf immer weniger Betriebe, die immer höhere Erträge erwirtschaften müssen. Kleine familiengeführte Höfe halten dem Druck nicht Stand und verschwinden von der europäischen Landkarte.

Eine andere Landwirtschaft ist möglich

Doch es gibt einen Ausweg: Eine Landwirtschaft ohne giftige Chemikalien, die auf biodiversitäts- und klimafreundliche Anbaumethoden setzt und die Ernährung der Menschen nicht nur heute, sondern auch in Zukunft sicherstellen kann. Eine Landwirtschaft, die die unschätzbare Vielfalt an Naturräumen, bäuerlichen Traditionen und Erzeugnissen in Europa bewahrt und bereichert.

Genau das wollen wir mit unserer Europäischen Bürgerinitiative “Bienen und Bauern retten” erreichen. Wenn wir mindestens eine Million Unterschriften sammeln, sind die Europäische Kommission und das Europäische Parlament verpflichtet, sich mit unseren Forderungen auseinanderzusetzen. Bitte helfen Sie uns, dieses Ziel zu erreichen: Jede Unterschrift zählt!

 

Warum diese Initiative?                                          

Die Menschheit steht vor der größten Herausforderung ihrer Geschicht: Ein sich dramatisch veränderndes Weltklima und der beispiellose Rückgang der Artenvielfalt auf unserem Planeten bedrohen die Welternährung und letztlich den Fortbestand unser Spezies. Zu dieser beunruhigenden Erkenntnis gelangten vor kurzem unabhängig voneinander die Welternährungsorganisation (FAO, Februar 2019 (PDF-Dokument)), der Weltbiodiversitätsrat (IPBES,Mai 2019) sowie der Weltklimarat (IPCC, August 2019 (PDF-Dokument)). Die Wissenschaftler*innen ließen keinen Zweifel daran, dass die Probleme menschengemacht sind und ihre Lösung rasche, tiefgreifende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft verlangt. Dazu zählt eine radikale Umstellung der globalen Energiegewinnung auf erneuerbare Energieträger sowie eine grundlegende Transformation unserer Landnutzung, insbesondere der Art und Weise, wie wir unsere Lebensmittel produzieren.

Aus dieser Dringlichkeit heraus will die Europäische Bürgerinitiative “Bienen und Bauern retten“ zum Katalysator für eine Transformation der Landwirtschaft werden: Für eine Landwirtschaft, die auf agrarökologischen Grundlagen basiert und daher die Artenvielfalt fördert. Eine solche Landwirtschaft schont natürlichen Ressourcen, verhindert Bodendegradation, baut Humus auf und trägt zum Klimaschutz bei, indem sie mehr Treibhausgase aus der Atmosphäre bindet als sie selbst freisetzt. Eine solche Landwirtschaft ist die beste Antwort auf die wachsenden Herausforderungen durch die Biodiversitäts- und Klimakrise und daher auch am besten geeignet, die Welternährung für zukünftige Generationen sicherzustellen.                                     
Grundvoraussetzung und stärkster Hebel für den Übergang vom gegenwärtigen input-intensiven Landwirtschaftsmodell zu einem Modell, das die Biodiversität fördert und auf natürlichen Kreisläufen beruht, ist der Ausstieg aus chemisch-synthetischen Pestiziden. Uns ist bewusst, dass 15 Jahre für die Landwirtschaft eine sehr kurze Zeitspanne sind, um sich aus der Abhängigkeit von Pestiziden zu befreien. Dies wird alle Beteiligten, allen voran die Landwirt*innen, vor nie dagewesene Herausforderungen stellen. Doch die Chance für einen gemächlichen Wandel wurde bereits verspielt. 2008 hatte der von der Weltbank initiierte Weltagrarrat angesichts alarmierender Prognosen für die Entwicklung des Weltklimas und der Artenvielfalt eindringlich gewarnt, dass „Business as usual keine Option“ mehr ist [Link]. Zu den zentralen Empfehlungen des Weltagrarrats zählte schon damals der Umstieg auf Anbaumethoden mit geringem externen Input, die Förderung und Weiterentwicklung agrarökologischer Methoden, der biologische Ersatz von Agrochemie sowie Investitionen in Pflanzenzüchtungen für bessere Temperatur- und Schädlingsbeständigkeit.                                                                                                                                  
Leider blieben diese Empfehlungen weitgehend ungehört. “Business as usual” blieb der Mainstream der weltweiten Agrarpolitik, während das Zeitfenster für Maßnahmen zur Abwendung eines ökologischen Kollaps zusehends kleiner und kleiner wurde. Heute müssen wir feststellen, dass unsere Generation die letzte Generation ist, die es noch in der Hand hat, wirksame Maßnahmen zur Eindämmung des Artensterbens und des Klimawandels einzuleiten. Ob wir dies schaffen oder nicht, entscheidet darüber, ob jener Planet, der die Entwicklung unserer Zivilisation ermöglicht hat, dieselben lebensfreundlichen Voraussetzungen auch zukünftigen Generationen wird bieten können. Dafür zu sorgen liegt in unserer Verantwortung. Mit der Europäischen Bürgerinitiative „Bienen und Bauen retten” wollen wir uns dieser Verantwortung stellen.

 

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